Schöner, gebrauchter Tag in Jerusalem

Bloomfeld Park, Jerusalem, Blick auf die Altstadt

Bloomfeld Park, Jerusalem, Blick auf die Altstadt

Ei­n gebrauchter Tag. Heute war der Wurm drin. Sind erst gegen 13:00 Uhr aus dem Hotel raus. Wir wollten eigentlich mit dem City Tourbus fahren. Er kam aber nicht an die angegebene Haltestelle vor dem King David Hotel.

Nun, dann eben nicht. Dafür lernen wir viel über das King David Hotel. Bevor es Hotel wurde, war es nämlich der Sitz der englischen Administration. Im Zuge der erzwungenen Installation eines israelischen Staates nach dem zweiten Weltkrieg, haben es die zionistischen Kampfgenossen damals kurzerhand in die Luft gesprengt. Zumindest den Westflügel des Gebäudes. Es gab 96 Tote. Damit wollte man wohl ein Zeichen setzen und die Engländer vertreiben. Nun, es ist ihnen gelungen.

Im beschaulich schönen Bloomfeld-Park gegenüber der Altstadt faulenzen wir um die Wette. Freitag, moslemischer Feiertag. Der Muezin jammert vom Turm seine Verse durch den Äther und ruft die Gläubigen zum Gebet in die Moschee. Etwas später sind dann die Juden an der Reihen. Heute, ab Sonnenuntergang bis morgen Sonnenuntergang ist Sabbat. Das schrenkt unsere Pläne etwas ein. Oder auch nicht.

Heiraten in Jerusalem

Heiraten in Jerusalem

Die Unterhaltung im Park ist jedenfalls bestens. Mehrere Brautpaare leisten uns Gesellschaft. Begleitet von Fotografen und – Achtung! – Kameramännern bzw. – frauen, posen Sie was das Zeug hält. Sie befinden sich dabei in ca. 30 Metern Entfernung. Und wir können sie riechen. Schwerer Parfumduft schwebt zu uns herüber. Der Wind steht günstig. Oder ungünstig. Je nach dem.

Ich würde diese Inszenierung als puren Kitsch bezeichnen. Denn als die Kamera aus ist,  befreit der Bräutigam seine Nebenhölen erst einmal von überflüssigem Sekret. Auf deutsch: Er rotzt den Shit einfach auf den Rasen. So sieht’s aus. Fein ist anders. Nach meinem “westlichen” Empfinden zumindest. Aber, es muss mir egal sein, ich bin hier nur Gast.

Wir lesen im Reiseführer die politische Geschichte des Staates Israel und seiner Konflikte, die er bis heute auszufechten hatte, nach. Vieles kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht verstehe ich es auch einfach nicht. Ich kann nur sagen, offensichtlich führt das alles in den Krieg. Menschen sterben. Gerade in Jerusalem, wo man, angesichts der wirklich krassen Verdichtung verschiedenster Religionen, doch eigentlich viel Toleranz benötigt, trifft genau das Gegenteil zu.

Gestern sagte man uns, es wäre nicht gut, am Freitag in die Altstadt zu gehen. Da sei die Stimmung immer sehr gereizt, belehrte uns Tourguide Jadfar. Besser wäre Sabbat. Wir sind seiner Empfehlung gefolgt. Als Außenstehender unter solchen Bedingungen von Toleranz zu sprechen, ist einfach, wenn man nicht mittendrin im Schlamassel steckt. So wie die Menschen hier. Auf der einen Seite Israel, umgeben von Feinden, auf der anderen Seite die Palästinenser, unterdrückt von Israel. Die politische Gemengelage ist so komplex, jede Aktion, jede Geste, jede Handlung wird beobachtet und kann zur Explosion führen. Als verständnisvoller Wessi, so stelle ich mir vor, kann man da tatsächlich leicht in die Schusslinie geraten.

Wir merken, der Versuch, uns die aktuelle politische Situation selbst zu erklären, führt ins Nichts. Man fühlt sich schnell sehr ohnmächtig, wenn man es trotzdem versucht. Deshalb nun ein anderes Thema.

Ein Bilderrätsel:

Ein israelischer Schokoriegel: Welches Bild ist richtig herum?
Also: Wer kann hebräisch? Würde mich über eine Auflösung freuen.
(Die Auflösung gibt es hier! >>)

Schokoriegel 1

Schokoriegel 1

Schokoriegel 2

Schokoriegel 2

Zum Schluss noch was ganz anderes: Wir haben uns ein Ticket eingefangen. 100 Schekel. Die Konsequenzen des Falschparkens sind überall auf der Welt also gleich. Is so. Meine Frage: Kennt jemand die Rechtslage? Muss ich das bezahlen?

Und morgen? Die volle Ladung Geschichte und Sightseeing. Bleibt dran. Ich würde mich freuen. Bis dann

J.

Ein Kommentar

  1. Schokoriegel 1

    Text macht süchtig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.