Planlos nach Riga

Dorade in RigaThere was a young lady of Riga,
Who smiled when she rode on a tiger.
They came back from the ride
With the lady inside,
And the smile on the face of the tiger.

Bilder

Der gute alte „Limerick“. Warum sich nun ausgerechnet “die Lady aus Riga” von einem Tiger hat fressen lassen und was das mit unserem Kurztrip zu tun hatte? Ich habe keinen blassen Schimmer – und genauso planlos sind wir schließlich in Riga gelandet. Wir hatten keinen Grund hierher zu kommen, sind es aber dennoch. Was wir aber hatten, war Zeit. Ok, in gewisser Weise lag es an Tallinn. Da wollten wir EIGENTLICH hin. Das klappte aus verschiedenen Gründen – u. a. Termin, Flug etc. – nicht. Dann also Riga.

Unser Tallinn-Ersatz soll ja auch ganz schön sein, ermutigen wir uns. Der Reiseführer aus dem Hause Dumont für neun Euro neunundneunzig bestätigt das. Tja, wir haben zwei volle Tage, um diese Theorie zu überprüfen. Die Anreise verläuft unproblematisch. Wie gehabt geht es mit dem Auto nach Frankfurt. Dort parken wir in einem der Parkareale abseits des Airports. 35 Euro für vier Tage. Das ist deutlich günstiger als sein Auto direkt am Flughafen in einem der Parkhäuser abzustellen. Da ist man gut über 100 Euro los. Der nette Herr vom Parkservice „shuttled“ uns in 10 Minuten zum Flughafen, wo er uns auch vier Tage später wieder abholt.

Gut eineinhalb Stunden dauert der airBaltic Flug nach Riga. Vom Flughafen zum Hotel leisten wir uns ein Taxi. (Wen es interessiert: Die grünen airBaltic Taxis verfügen über eine hervorragende WiFi-Verbindung!) Unser Hotel, das Valdemars, befindet sich im Zentrum. Für das Taxi bis dorthin müssen wir vernünftige 14 Euro berappen. Unser zu Hause für die nächste 3 Tage liegt sehr günstig und ist nur wenige Fußminuten von der Altstadt und den anderen sehenswerten Vierteln ringsherum entfernt. Insgesamt macht das Hotel einen sehr guten Eindruck und bietet für das Geld einen astreinen Standard. Gute Wahl. Saubere Zimmer, ein schönes, einladendes Ambiente, kann man guten Gewissens weiterempfehlen.

Eines noch vorneweg: Wir habe das Nachtleben in Riga NICHT getestet. Dazu waren wir nach unserem Tagesprogramm einfach zu müde.

Tag 1: Altstadt, Gilden, Speicher und Besetzung

Wir fangen mit der Altstadt an. Unser Hotel liegt direkt an der Krišjāņa Valdemāra iela, ein prächtiger Boulevard wie man ihn etwa aus Paris oder Berlin kennt. Herrschaftliche Gebäude aus der Jugendstilepoche säumen den Weg in die Altstadt. Hinter den prachtvollen Fassaden residieren heute zum Beispiel die lettische Regierung, Ministerien, EU-Behörden, Theater, Oper oder Bibliothek.

Smokie in Riga

Smokie in Riga

Auf dem Weg ins Zentrum entdecken wir ein Konzertplakat. Es soll unseren Aufmerksamkeit auf die schon etwas ältere Band “Smokie” lenken – schon wieder “Smokie”. Dieses Thema hatte ich bereits im England-Text. Daran musste ich denken, als wir an dem Poster vorbeigelaufen sind. Na ja, die Letten scheinen das Quintett von der Insel zu mögen. “Liverpool Docks” in Lettland.

Die Altstadt selbst betreten wir nach etwa 20 Minuten Fußweg durch das Schwedentor. Es ist heute der letzte erhaltene historische Zugang zum historischen Stadtzentrum und stellte einst die direkte Verbindung von der Jakobskaserne in der Torņa iela zur Innenstadt sicher. Die Altstadt wird geprägt durch mächtige Gildenhäuser, die eindrucksvolle Börse, den Dom und die zahllosen romantischen Gassen, die es zu erkunden gilt. Wichtig zu wissen: Riga war einst Hansestadt. Der deutsche Einfluss ist überall zu spüren und zu sehen. Auch das wirklich imposante Gildenhaus der Schwarzhäupter zeugt davon.

House of the Blackheads - Schwarzhäupterhaus

House of the Blackheads – Schwarzhäupterhaus

Es waren holländische und deutsche Kaufleute aus Riga, die dieses Gildenhaus einst erbauten, um sich dort zu treffen, zu versammeln und zu feiern. Auch deshalb steht dort heute noch in Deutsch geschrieben:

„DEN GERECHTEN GOTT LIEBT UND EHRT,
SEIN GESCHLECHT ER SEGNET UND VERMEHRT.“

Und:

„WIDER GESETZ UND GEWISSEN HANDELN,
THUT GOTTES SEGEN IN FLUCH VERWANDELN.“

Der Geschäftssinn der Rigaer Kaufleute zeigt sich jedoch nicht nur durch das prachtvolle Gildenhaus der Schwarzhäupter. Neben kleiner und großer Gilde, deren Zunfthäuser sich nur einen Sprung hinter der Börse befinden, verfügt Riga auch über eine Speicherstadt. Dies sei aber nur der Vollständigkeit halber erwähnt, denn vor Ort waren wir selbst nicht. Denn nach dem Versuch eines Spaziergangs an der Daugava entlang Richtung Speicherstadt, pfiff uns der kalte Wind dermaßen um die Ohren, dass wir schnell wieder in ein warmes und windgeschütztes Cafe in der Innenstadt flüchteten. Jedenfalls grenzen die Speicher direkt an die südliche Altstadt. Sie waren die erste Anlaufstelle für Güter und Waren, die über den Wasserweg nach Riga gebracht wurden. Der Stadtteil liegt am Ufer der Daugava. Dort legten die Schiffe an, um die transportierten Waren umzuschlagen.
Heute sind die historischen Gebäude der Speicherstadt sehr gefragte Adressen. Hier haben Werbeagenturen, Anwälte oder Gastronomien ein repräsentatives zu Hause gefunden. Außerdem finden hier in den Sommermonaten zahlreiche Veranstaltungen statt, die bei Einheimischen wie auch den Besuchern der Stadt sehr beliebt sind. Woher wir das wissen, wenn wir selbst nicht dort waren? Von Dumont und www.spikeri.lv.

Zurück zu den Gilden: Schräg gegenüber der großen Gilde steht das sogenannte “Katzenhaus”. Es schmückt heute allerlei touristischen “Merchandise”, ist also eigentlich so etwas wie ein Wahrzeichen Rigas. Die Geschichte geht so: Es gehörte im frühen 20. Jahrhundert einem lettischen Handwerker, dem die große Gilde die Mitgliedschaft verwehrte. Daraufhin ließ dieser die Katzen auf die Dächer seines Hauses montieren. Und zwar so, dass deren Hinterteile in Richtung der großen Gilde zeigten. Hinter dieser Geste steckte blanke Absicht. Damit brachte der Herr seine Geringschätzung, verursacht ob der Gildenignoranz bezüglich seiner Aufnahme, zum Ausdruck. Eine Auseinandersetzung, die, man höre und staune, sogar bis vor Gericht ging! Der Prozess endete mit einem Vergleich. Der Mann wurde in die Gilde aufgenommen. Dafür mussten die Katzenpopos jedoch “in die richtige Richtung” deuten. D. h., die Mietzen wurden umgedreht. Fortan blickte die große Gilde den Tieren ins Gesicht anstatt auf das Hinterteil. Und der Handwerker war zufriedenes Gilden-Mitglied. Eine klassische “Wendung der Ereignisse”.

In direkter Nachbarschaft zum Schwarzhäupterhaus befindet sich in der Kaļķu iela das Okkupationsmuseum. Heute aber nicht, lesen wir an der Eingangstür. Umbauarbeiten. Vorübergehend ist man umgezogen. In die Raiņa bulvāris 7. Die liegt am gegenüberliegenden östlichen Rand der Altstadt. Zu Fuß sind es etwa 15 Minuten. Dabei gehen wir die Kaļķu iela durch die Altstadt hinauf, kürzen zur Raiņa bulvāris durch die sehr schöne Parkanlage am Bastion Hill (Bastejkalns) ab. Dabei lassen wir das Freiheitsdenkmal – das in Stein gehauene Symbol der nationalen Souveränität Lettlands – rechts liegen. Dieses Monument wurde während der ersten Unabhängigkeit Lettlands zwischen 1931 und 1935 errichtet und löste das Reiterstandbild von Zar Peter dem Großen ab. Heute ist es u. a. beliebter Treffpunkt und Fotomotiv für Hochzeitspaare. Am 18. November, dem Nationalfeiertrag Lettlands, versammeln sich hier auch die Menschen und feiern bzw. gedenken der Befreiung ihres Landes.


Besetzung und Befreiung
– sie sind nicht nur in Lettland, sondern im gesamten Baltikum irgendwie immer präsent. Davon erzählen auch die Exponate im Okkupationsmuseum. Uniformen, Waffen, Fahnen, Transparente, Filme und Fotos, ganz viele Fotos – die Ausstellungstücke berichten von der Geschichte des lettischen Widerstands und des Kampfes gegen das Sowjetregime und gegen die Nazis. Dabei lernen wir: Die Letten sind ein stolzes Volk, das natürlich großen Wert auf Selbstbestimmung legt. Dafür kämpften die Letten. Mehr als 60 Jahre lang. Bis auf’s Blut. Viele ließen ihr Leben für die Nation. Den Russen begegnen die Letten auch heute noch, um es vorsichtig auszudrücken, eher reserviert. Der Stachel der Unterdrückung sitzt noch tief in der lettischen Brust. Lediglich in der jüngeren Generation gibt es erste Tendenzen einer Annäherung, die von den Älteren jedoch argwöhnisch beobachtet wird. Genauso wie der russische Staatschef Putin, der durch sein jüngstes politisches Agieren auf der internationalen Bühne – etwa in der Ukraine und in Syrien – nicht gerade einen Vertrauen erweckenden Eindruck bei den Letten und im Baltikum insgesamt hinterlassen hat.
Der Eintritt ins Museum ist frei, es wird aber am Eingang um eine Spende gebeten.  Diesem Wunsch sollten die Besucher nachkommen. (Wir empfehlen 5 Euro pro Person.) Wann die permanente Ausstellung in der Kaļķu iela wieder eröffnet wird, ist leider nicht bekannt. Die Homepage okupacijasmuzejs.lv/en des Museums hält Interessierte auf dem Laufenden.

Den Dom können wir nur von außen betrachten. Denn den Dom muss man sich leisten wollen. Die 5 Euro Eintritt halten wir für zu hoch. Da geht es uns ums Prinzip. Der Kirche einfach so Geld in den Rachen schmeißen? Insofern: Micha und Jochen müssen draußen bleiben. Sehr gerne sogar.

Auf dem Rückweg ins Hotel, suchen wir ein typisches „Kafejnīca” auf. So nennt man das gute, alte Café auf Lettisch. Es ist beinahe überall zu finden. Zu den Gästen zählen hauptsächlich Einheimische. Viele von Ihnen können sich die schicken Cafés in der Altstadt einfach nicht leisten. Andere, die das können, kommen vermutlich aus nostalgischen Gründen hierher; oder es handelt sich eben, wie bei uns, um Touristen. Es sind einfach eingerichtete Gasträume, in denen üblicherweise aus einer Verkaufstheke lettische Blätterteigteilchen, Kuchen, Torten, Plätzchen und andere Süßspeisen den Menschen ein Lachen ins Gesicht zaubern. Dazu wird oft Filterkaffee oder Tee gereicht, manchmal auch Kaffeekreationen aus italienischer Hardware. Wir halten uns an den Filterkaffee, ergattern einen Fensterplatz und beobachten den Feierabendverkehr auf der Krišjāņa Valdemāra iela.

Jugendstil in Riga

Jugendstil in Riga

Tag 2: Jugenstilexzess

Unser Ziel heute: Das Jugendstilviertel. Muss man gesehen haben, sagt der Reiseführer. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Hotels. Nicht einmal 10 Minuten dauert der Spaziergang dorthin. Wir trauen unsere Augen nicht. Vor uns entfaltet sich ein unglaubliches Jugendstil-Paradies aus zahllosen historischen Gebäuden, die nach offensichtlich sehr aufwendigen Restaurierungsmaßnahmen heute wieder in neuem Glanz erstrahlen. In diesem Viertel rund um die Zaļā iela haben deshalb auch viele Landesvertretungen, Anwaltskanzleien, Behörden und vermögende Letten die prächtigen Häuser bezogen. Kurz: Wer hier residiert, der hat Geld. Die Mieten, so erfahren wir später im Hotel, sind in diesem Stadtbezirk locker auf Münchner Niveau.

JugenstilAm Rand des Quartiers befinden sich noch nicht renovierte Häuser. Die mächtigen, vier- bis fünfstöckigen Bauten dominieren nicht selten ganze Straßenzüge und Quarrees. Leider sind sie überwiegend in einem desolaten, baufälligen Zustand. Andere wurden bereits bis auf die Fassade entkernt und haben offensichtlich einen finanzstarken Investor gefunden, der sie vor dem Verfall rettet.

 

 

Skonto Riga Stadion

Skonto Riga Stadion

Mit dieser Epoche recht wenig zu tun hat das Fußballstadion von Skonto Riga, das Bayern München Lettlands. Es liegt am östlichen Ende des Jugendstilviertels. Offensichtlich ist auch im lettischen Sport das Geld knapp. Das könnte eine Erklärung dafür sein, dass an der einen Seite die Tribüne im Skonto-Stadion fehlt. Jedenfalls können jene Fans, die in direkter Nachbarschaft dieser Stadionseite wohnen quasi von der heimischen Couch aus kostenlos Fußball schauen. Wo gibt es das noch!

Jugendstil-Treppenhaus, Riga

Jugendstil-Treppenhaus, Riga

Vom Skonto-Stadion und der riesigen, gut 300 Meter langen Skonto Sporthalle laufen wir die Strēlnieku iela hinunter. Unser Ziel: Das Jugendstilmuseum in der Alberta iela 12, Ecke Strēlnieku iela. Das Museum bietet den Besuchern einen hervorragenden Einblick in das Leben und Wohnen einer bürgerlichen Rigaer Familie. Die Ausstellung legt großen Wert auf den für moderne Zeiten vergleichsweise verschwenderischen Einrichtungsstil. Bevor man die Wohnung allerdings betritt, lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in das Treppenhaus des Gebäudes. Da muss man sozusagen durch, bevor es ins Museum geht. Es wurde ebenfalls sehr aufwendig restauriert und ist für sich genommen schon ein Kunstwerk. Detailgetreue Verzierungen verschönern dieses Treppenhaus und machen es zu einem echten Schmuckstück. Dann die Wohnung. Sie ist wirklich riesengroß. Herrschaften, Kinder und Personal fanden in den Räumen ausreichend Platz. Das Zimmer der Dienstmagd etwa befindet sich direkt hinter der Küche, wo man uns, als wir den Raum betreten, frisch gebackene Plätzchen serviert – eine Aufmerksamkeit, die uns eine traditionell gekleidete Museumsangestellte stilecht vom Silbertablett reicht. Außerdem gab es in diesen Residenzen meist auch einen kleinen und großen Salon. Letzterer war eigens repräsentativen Zwecken vorbehalten. Hier empfingen Hausherr und Hausdame ihre geladenen Gesellschaften zum Mahl. Auch das zu Hause der fiktiven lettischen Familie verfügt selbstverständlich über solche Räume. Sie sind üppig ausgestattet. Schwere Brokatvorhänge an den Fenstern, edle Tapeten an den Wänden, imposante Jugendstilmöbel und ein üppig gedeckter Tisch vermitteln uns einen allzu guten Eindruck vom Leben vor über hundert Jahren. Wir sind schwer beeindruckt!

Splendid PalaceAuf der Elizabetes iela spazieren wir wieder Richtung Altstadt. Es fällt auf, die Straßen werden breiter, in den Schaufenstern sind die üblichen bekannten Mode-Marken aus Paris, London, Mailand und New York zu sehen. Während wir den Park Esplanade rechts liegen lassen, kommen wir am Splendid Palace, einem wunderschönen, alten Kino, vorbei. Es wurde 1923 im Rokokostil erbaut und gilt immer noch als eines der schönsten Kinos Europas. Heute wird es nicht nur für Filmvorführungen genutzt. Wir betreten den großen Saal, wo gerade die Proben für das letzte Konzert der Riga Jazz Stage, einem Nachwuchswettbewerb für Jazzmusiker, laufen und werden entdeckt. Die Musiker unterbechen ihre Proben – wegen uns! Es recken sich Hälse, man versucht uns zu erspähen, unterzieht uns einem “visuellen Scan”, das aber nur kurz, bis man uns dann aber in Ruhe lässt, denn es ist klar: Wir sind harmlose Touristen.

Stuck im Splendid Palace

Stuck im Splendid Palace

Ein beeindruckender Ort, an dem mir vor allem die sehenswerten Stuckdecken, die zahlreichen Kronleuchter im Foyer und der atemberaubende große Saal in Erinnerung geblieben sind. Karten für das Konzert waren aber leider nicht mehr erhältlich.

Wir haben Hunger. Irgendwo auf einem der großen Boulevards zwischen Elizabetes iela, Brīvības iela, Lācplēša iela und Krišjāna Valdemāra iela kehren wir ein. In welchem Restaurant genau? Das lässt sich leider nicht mehr rekonstruieren. Jedenfalls: Wir entscheiden uns für die Dorade. Sie schmeckt vorzüglich, überrascht mich aber nicht so sehr durch die gewisse geschmackliche Finesse, die ich zum Preis von rund 20 Euro doch erwartet hätte. Wer in Riga gut essen gehen will, sollte daran gewöhnt sein, etwas tiefer in den Geldbeutel zu greifen. Tallinn schneidet da besser ab. Und das deutlich! Das wissen wir aus eigener Erfahrung. Einfach, gut, zwar auch nicht billig, aber für die aufgetischte Qualität immer noch günstig und wirklich sehr innovativ, wenn man die estnische Hauptstadt in dieser Kategorie mit Riga vergleicht. Aber gut. Wir wollen nicht meckern und müssen sagen: Unter dem Strich war die Dorade in Riga wirklich ok.

Links Holzbau, rechts Massivbau

Links Holzbau, rechts Massivbau

Hier, in diesem Viertel östlich des Parks Esplanade, dominieren große, boulevardähnliche Straßen das Stadtbild. Dazwischen befinden sich aber immer wieder auch kleinere Gebäude, die ausnahmslos aus Holz erbaut wurden.

Holz ist eine für das Baltikum und Skandinavien typische Bauweise, die mir auch in Tallinn aufgefallen ist. Selbst in Rigas Jugendstilviertel sind sie zu finden. So ist zum Beispiel die Fassade der großen Skonto-Sporthalle aus Holz. Grundsätzlich erinnern Holzhäuser ein bisschen an Pipi Langstrumpfs Villa Kunterbunt. Zwischen den reich verzierten Jugendstilhäusern setzten sie aber einen angenehmen Kontrast. Auf jeden Fall sorgen sie für einen willkommenen, visuellen Entspannungsmoment in dem ganzen Jugendstilexzess.

Noch einmal suchen wir nach unserem Jugendstil-Rundgang zum Abschluss am Nachmittag ein lettisches Café auf der Krišjāna Valdemāra iela auf. Die Füße schmerzen spürbar. Flanieren macht müde. Mit Milchkaffee und Schokocookie bekämpfen wir die Erschöpfung und erledigen per Handy gleichzeitig die Informationsversorgung der Freunde daheim. Dank W-LAN, das man überall in Riga kostenlos zur Verfügung hat, funktioniert das reibungslos.

Fazit:
Für Architekturfans ist Riga ein “Must-see”! Jugendstil-Liebhaber und Rokoko-Fans finden hier ein Paradies mit zahlreichen Bauwerken aus diesen Epochen vor. Für Gourmets bietet die größte Stadt im Baltikum dann hervorragendes, wenn man tiefer in den Geldbeutel greift. Für Economy-Gäste hält Riga gut schmeckende Kost bereit, die aber, wie in unserem Fall, leicht überteuert ist. Unser Essen war ok. Besuchen sollte man auf jeden Fall ein lettisches Café. Die einfach eingerichteten Kaffeehäuser, werden überwiegend von Einheimischen besucht, sind preiswert und gut.
Die Verständigung funktioniert generell auf Englisch sehr gut. Reisezeit war April 2015.

Riga – die Bilder

Die Rahmendaten für Riga (pro Person):

Airportparking in Frankfurt (4 Tage):   35 EUR

Flug mit airBaltic RIX-FRA-RIX:       150 EUR

Hotel Valdemars **** (3 Ü, F):         ~250 EUR

airBaltic-Taxi RIX-Riga Zentrum:      ~14 EUR

Essen gehen in Riga
(Hauptgang, Getränk, Kaffee):        ~30 EUR

Flugbuchung über opodo.de, Hotelbuchung über booking.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.