“Bananenrepublik”, die keine ist

haifa“Bananenrepublik” … fällt uns ein als wir uns auf den Weg Richtung Haifa machen. Und das sollte man jetzt nicht falsch verstehen. Zuerst auf der Autobahn entlang nach Norden. Dann folgen wir der Empfehlung unseres Reiseführers.

In Caesarea (Hefar Qesari) verlassen wir den Highway. Ab hier: Bananen. Nicht als Bananen. Riesige Bananenplantagen säumen die Straße. Gut

Bananen ohne Ende

Bananen ohne Ende

möglich, dass auch bei Lidl, Aldi und Co. Bananen aus der Scharon-Ebene verkauft werden. Dann werden sie allerdings noch mit grüner Schale nach Europa und in den Rest der Welt transportiert. Die letzte Reife erlangen Sie auf dem Weg in die Regale der Discounter. Isst man sie hier vor Ort, schmecken sie, wie Bananen schmecken müssen. Nicht so wie bei uns daheim, wo sie als reiner Energieträger “missbraucht” werden. Hier zaubern sie einem ein Lachen ins Gesicht. Das muss die Sonne sein, die in ihnen steckt. Und die schmeckt man wie gesagt.

In Zikhron Ya’agov machen wir Pause. Am Wegesrand liegt so etwas wie eine Mall. Dort essen wir ein Eis. Aus dem weißen Zitroneneis funklen grüne Farbtupfer: Der Araber, der hier Eis verkauft, hat dem Eis Minze und Basilikum beigemischt. Schmeckt anders, ist verdammt erfrischend und unglaublich lecker. Neben den Bananen wird in der Scharon Ebene allerhand anderes Obst angepflanzt. Auf riesigen Flächen. Auch Wein. Israel ist schließlich auch Weinland. Zikhron Ya’agov selbst soll ein hübsches Weinsstädtchen sein. Wir lassen es aber rechts liegen. Müssen ja schließlich heute noch bis nach Tiberias.

Haifa: Sammelsurium an Gläubigen

Aber erst einmal Haifa. Das erste, was wir sehen, ist ein gigantisches, golden gefärbtes Stadion. Als ob ein Ufo gelandet ist. Muss der Heimspielort von Maccabi Haifa sein. Wirklich beeindruckend. Dass die Israelis große Sportfans sind, muss man nicht weiter erwähnen. Im TV läuft eigentlich ständig Basketball. Fussball ist hier, anders als in Deutschland, Sportart Nummer zwei. Dass kann mit großer Wahrscheinlichkeit daran liegen, dass Israel im Fußball nicht unbedingt wettbewerbsfähig ist, im Basketball dagegen aber mit Maccabi Tel Aviv den amtierenden Euroleague Champion stellt. Diese Mannschaft wird verehrt wie ein Gott.

Ba'hai Schrein

Ba’hai Schrein, der gern auch von anderen Religionen als Motiv verwendet wird. Z.B. für Hochzeitsfotos

In Haifa verdichtet sich die Ansammlung der Religionen auf eindrückliche Weise. Wir fahren in die Stadt hinein und rechts von uns am Hügel liegt der wirklich mächtige und sehr schöne Garten der Ba’hais. Hoch über der Anlage thront der Ba’hai-Schrein. Ein imposanter Kuppelbau, in dem das Grab des Bab, des Propheten der Ba’hai-Religion, liegt. Wir parken in der unmittelbaren Nähe und laufen die David Ben Gurion hinunter. Wir sind im deutschen Viertel, der German Colony von Haifa. Siedler aus Baden-Württemberg, die sogenannen Templer, ließen sich hier nieder. Das sieht man auch an den Häusern rechts und links der Straße. Dazu kamen Christen aus dem Libanon, Araber sowie die vom Islam abgespalteten Religionen der Ba’hai und der Ahmediya – ein Sammelsurium an Gläubigen. Von diesem kulturellen und religiösen Mix ist die Stadt geprägt. Sie war lange Vorbild für Koexistenz und Tolearanz im Umgang der unterschiedlichen Religionen unter- und miteinander. Heute scheint das anders zu sein. Der arabisch-israelische Konflikt scheint alles zu überlagern.

Haifa ist in den Berg gebaut. Deshalb gibt es unzählig viele Treppen. Sie sind die vertikale Verbindung zwischen den Häuserreihen am Hang. Wir laufen die HagefenSandwich in Haifa Straße entlang. Unser Ziel: Die Herzl- und die Nordaustraße. Während die Herzlstraße das “Einkaufszentrum”, die Flaniermeile von Haifa ist, geht es in der hübschen Nordaustraße etwas gemächlicher zu. Es sind wenig Menschen auf der Straße. Ein hübsches Viertel mit Cafes, Bäckerein und schätzungsweise hundert Frisören. Im “Nard Cafe” nehmen wir Platz. Bei Capuccino und einem feinen Sandwich des Hauses genießen wir die Szenerie, die sich vor uns abspielt. Hupende Autos, schlecht gelaunte Fahrer, die aber, schaut man sie an, sofort wieder lachen.

Zwischen Haifa und Tiberias am See Genezareth stehen wir zunächst einmal im Stau. Rush Hour. Es wird gehupt. Eigentlich ständig. Irgendwie witzig. Sollten wir auch machen. Das entspannt. Der Weg wird jetzt hügeliger. Nach etwa einer Stunde Fahrt dann die Abfahrt nach Tiberias. Und dann beginnt die Suche nach dem Hotel. Obwohl wir ein GPS haben: An der eingegebenen Adresse befindet sich kein Hotel. Also: Nachfragen. In einem anderen Hotel. Der Mann an der Rezeption sagt etwas wie “They changed the buildings” oder so … “go up the hill, and the you will see Prima Galil Hotel. You can’t miss it”, verspricht er. Tatsächlich, da ist es. Also: Nicht Elhadif St. 1 ins Navi eingeben, sondern Okel Yaackov 2. Das ist der Hoteleingang des Prima Galil Hotels in Tiberias. Und der liegt auf der Rückseite der Elhadif. Eben in der Okel Yaackov 2. Dann klappts auch mit dem Finden.

Wir essen im Hotel. Ein sehr gutes Buffet mit Hühnchen, Reis und anderen Leckereien. Dazu einen israelischen Cabernet Sauvignon …. wirklich sehr fein. Danach aufs Zimmer, TV an. Was läuft: Basketball. Das ist mein Land. Maccabi Tel Aviv gegen Eilat. Leider ohne David Blu. Ich glaube er hat aufgehört. Morgen dann: See Genezareth.

Bis dann J.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.