See Genezareth, viel Jesus und …. wieder Bananen

See GenezarethDer See Genezareth ist einer jener Plätze in Israel, wo ein Highlight der Bibelgeschichten das nächste jagt. Zahllose Pilgerreisegruppen aus der ganzen Welt kommen hierher, um Jesus einmal im Leben so nah wie möglich zu sein, jene Plätze zu besuchen, zu sehen, zu spüren, wo er und seine Jünger gewirkt haben – sollen. Daneben ist der See natürlich auch nur ein einfach schöner See. Eine kleine Nebensächlichkeit: Es ist der tiefeste Süßwassersee der Welt. Er liegt 212 m unter NN, also UNTER dem Meeresspiegel. Die fruchtbare Gegend rund um den See wird dominiert von Wein- und Obstanbau. Auch hier Banenen weit und breit, dazu Zitronenbäume so weit das Auge reicht.

Blöd nur, dass der Zugang zum See überall gesperrt ist oder Geld kostet. Wir wollten es wie Hans Sarpei tun: Jesus kann übers Wasser laufen, Micha und Jochen schwimmen an Land. Nun, diese göttliche Erfahrung blieb uns verwehrt.

KapernaumEine große Portion Jesus gab es dann für uns in Kapernaum. “Town of Jesus” steht am Eingang. Für 3 Schekel darf ich auch mit T-Shirt und Shorts den heiligen Ort betreten. Ansonsten gelten strenge und genauestens definierte Bekleidungsvorschriften an diesem sakralen Ort. Daran sollte man sich halten. Große Schilder weisen darauf hin, wie man sich genau zu kleiden hat. Schultern bedeckt gilt für Mann und Frau, Männer keine Shorts, keine armlosen Unterhemden, Frauen keine zu kurzen Kleider oder Röcke. Die Richtung ist klar vorgegeben: Hier soll nur einer im Mittelpunkt stehen: Jesus. Und ein bisschen Petrus.

Highlight in Kapernaum ist die Synagoge bzw. das, was von ihr übrig blieb. Weil die Archäologen in den Gesteinen Insigien gefunden haben, auf denen mehrere Male “Jesus” und “Petrus” geschrieben stand, gehen sie nun davon aus, dass die beiden und weitere Apostel hier gelebt haben sollen. Wer’s glaubt. Dennoch: Die Synagoge beeindruckt. Beachtlich, was die Menschen vor über 2000 Jahren zu leisten im Stande waren. Die in den Stein gehauenen Ornamente dokumentieren, dass das Handwerk schon damals eine Kunst war.

Nach so viel biblischer Geschichte jetzt bitte wieder etwas “down to earth”. Wir fahren weiter. Am See entlang. Mittlerweile 28 Grad. Die “Rückstände”, die uns die Tauben vergangenen Nacht auf der Autoscheibe zurückgelassen haben, fangen an zu stinken. Wir nehmen’s gelassen und interpretieren es als eine “Gabe Gottes”. Ähnlich wie es Jesus – oder war es Petrus, oder Johannes … egal – widerfahren ist. Bei der Taufe ist denen nämlich im wahresten Sinne des Wortes ein Licht aufgegangen. Sie “sahen” Gott! Und zwar in Gestalt einer Taube. Möglicherweise hat diese Taube auch einfach auf sie drauf gemacht? (Ist das jetzt Blasphemie?) Wie auch immer … der letzte Beweis fehlt. Deshalb spricht man faktisch auch nur von “Überlieferung”.

Jedenfalls: In Yaternit am Jordan steht das so in allen Sprachen der Welt – quasi in Stein gehauen. Tatsächlich sind es Fliesen. Die Gedenkstätte am heiligen Fluss zieht die Menschen magisch an.

Taufgottesdienst am Jordan

“Zimbabwischer” (?) Taufgottesdienst am Jordan

Aus der ganzen Welt kommen sie hierher, um sich in geradezu ekstatischer Hingabe der Taufprozedur zu unterziehen oder sie eben aufzufrischen –  was immer das nun wieder zu bedeuten hat. Wir durften einer solche “Auffrischung” beiwohnen. Die Gruppe aus Zimbabwe hat es aber auch echt rausgehauen. Is halt irgendwie was anderes, wenn sich Afrikaner taufen lassen … das war ganz groß! Beinahe ein Gospel Konzert …. Auch wir sind nicht darum herum gekommen, dass irgendwie gut zu finden. Yaternit hat zweifellos auch bei uns eine “erneuernde” Wirkung hinterlassen. Deshalb haben wir auch gleich etwas Jordan-Wasser geklaut. Man weiß ja nie. Insgesamt ein schönes Plätzchen. So schön, dass sich manch einer oder gar “eine” gleich “oben ohne” ins Wasser stürzen will. Das findet das Aufsichtspersonal gar nicht lustig. “Put a shirt on – now”, sagt die Security. Als ein entblößter Mann nicht sofort reagiert, wird’s deutlicher: “Sir, put a Shirt on – NOW!!!” Wir wissen nicht wie dieses Wortgfecht ausgegangen ist. Für den Fall, dass der Mann in Ermangelung eines Shirts, sich keines überziehen konnte, im Yaternit Shop gibt es jede Menge Merchandise Produkte. Darunter auch T-Shirts mit Aufdrucken wie “MOSSAD” und “Israel Defense Forces” “Israel – Since 1948” und andere Devotionalien. Jesus als Wirtschaftsfaktor – das passt irgendwie nicht so richtig ins Bild. Aber gut … vielleicht sehe ich manche Dinge auch nur “anders”?

Die nächste Etappe führt uns ans Tote Meer. Dort übernachten wir ein einem KIBBUZ. Mal sehen wie das wird … bis dahin.

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